Ihre Firmenfarbe ist ein leuchtendes Orange, aber auf Ihrer Visitenkarte kommt sie eher matt und stumpf daher? Das liegt an den Limits des klassischen Vierfarbdrucks. Doch das Problem lässt sich lösen: mit dem Druck von Sonderfarben.

Im Vierfarbdruck nach FOGRA-Norm, den die meisten Online-Druckereien standardmäßig anbieten, werden alle Farbtöne aus den Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zusammengesetzt.

CMYK2

So besteht z. B. das prinux-Grün aus 100 % Gelb und 50 % Cyan.

Gruen_ohne_Raster

Doch die meisten Druckmaschinen können in Wirklichkeit nur Volltöne drucken – also ganz oder gar nicht. Daher werden die Farben in feine Punkte zerlegt (aufgerastert), wodurch sich Grundfarben in verschiedenen Prozentsätzen darstellen lassen. Stark vergrößert sieht das dann so aus:

Gruen_Gerastert

Wenn Sie die Augen bis auf einen schmalen Schlitz zusammenkneifen, sehen Sie: Die Farbflächen wirken, unscharf betrachtet bzw. von der Ferne, fast gleich.

Beim prinux-Grün funktioniert dieses Verfahren sehr gut, weil die Farbe nicht besonders intensiv ist und bewusst so gewählt wurde, dass sie im Vierfarbdruck gut zu reproduzieren ist. Oder anders ausgedrückt: Das prinux-Grün passt problemlos in den Farbraum, der durch das Mischen von CMYK abgedeckt werden kann.

Wenn der Farbraum zu eng wird

Doch viele Corporate Designs pfeifen auf den CMYK-Farbraum und verwenden besonders intensive Farben, wie z. B. Orange. Man kann zwar versuchen, Orange aus Gelb und Magenta zusammenzusetzen, aber das Ergebnis ist nicht überzeugend. Der Unterschied zum „echten“ Orange (ganz rechtes Feld) ist zu groß, das vierfarbige Orange (3. Feld von links) wirkt im Vergleich stumpf und schmutzig. Machen Sie nochmals den Augenschlitz-Test, und Sie sehen, was gemeint ist.

Orange_Gerastert_und_Sonderfarbe

Das Herumschrauben an den CMYK-Werten ist aussichtslos: Das Beimischen von Cyan (C) oder Schwarz (K) würde die Farbe noch mehr verschmutzen, noch mehr Gelb geht nicht (das ist bereits 100 %), mehr Magenta würde die Farbe ins Rot abdriften lassen und weniger Magenta bringt uns nur in Richtung Goldgelb. Tatsache ist: Entgegen einer noch immer weit verbreiteten Meinung lassen sich im standardisierten Vierfarbdruck längst nicht alle gängigen Farben abbilden.

Im klassischen Offsetdruck bleibt in solchen Fällen nur eine Möglichkeit: Das Orange muss als Sonderfarbe gedruckt werden, also zusätzlich zu den Grundfarben CYMK. Sonderfarben enthalten besondere Pigmente und werden bereits vor dem Einfüllen in die Druckmaschine so angemischt, dass eine 100%-Fläche den gewünschten Farbton ergibt. Bekannte Systeme für Sonderfarben sind z. B. PANTONE oder HKS.

Das Problem dabei: Der Einsatz von Sonderfarben ist teuer – besonders, wenn relativ kleine Mengen gedruckt werden. Das Umrüsten der Druckmaschinen ist extrem zeitaufwändig, und beim Farbwechsel gibt es viel Abfall.

Für Visitenkarten gibt es jedoch bessere Lösungen:

Lösung Nr. 1: Mehr als 4 Grundfarben

Hier wird standardmäßig nicht mit 4, sondern mit 6 oder 7 Farben gedruckt, und entsprechend größer ist auch der erzielbare Farbraum. Heikle Orange- oder Blautöne sind damit – auch ohne Umrüsten der Maschine – sehr gut reproduzierbar. Dieser Weg verursacht auch nur geringe Mehrkosten und ist immer dann ideal, wenn auch variable Elemente– etwa die Namen auf den Visitenkarten – in der Sonderfarbe gedruckt werden.

Lösung Nr. 2: Vordrucke

Manchmal ist aber selbst der erweiterte Farbraum von 6 oder 7 Grundfarben nicht groß genug: Gold, Silber oder Leuchtfarben müssen immer mit Sonderfarben produziert werden. Um den Aufwand überschaubar zu halten, können Vordrucke helfen. Bögen mit dem – z. B. silberfarbenen – Logo werden vorproduziert, die variablen Elemente später in einem separaten Durchgang eingedruckt. Dieser Trick verursacht zwar Vorab-Investitionen und Lagerkosten, garantiert aber perfekte Ergebnisse. Einzige Einschränkung: Variable Teile  dürfen selbstverständlich keine Sonderfarben enthalten.

prinux setzt übrigens beide Verfahren ein – und findet bei Bedarf noch weitere. Wenn Sie wissen möchten, wie sich Ihr Design farblich ideal umsetzen lässt, senden Sie einfach ein Muster an prinux, Kirchengasse 23, 1070 Wien, Österreich.